Strukturierte Erhebung von Bedürfnissen von Geflüchteten und kooperative Maßnahmenentwicklung

Die Betreuung von geflüchteten Menschen zwischen akuter Nothilfe und langfristiger Betreuung führt für die Betreiber von Notunterkünften zu einer Vielzahl an Herausforderungen, die gleichzeitig gemeistert werden müssen. Dabei kommt die konkrete Auseinandersetzung mit den Bedürfnissen und Interessen von geflüchteten Menschen oft zu kurz, die Verwaltung und Verpflegung der Grundbedürfnisse steht an erster Stelle. Geflüchtete bringen zudem oft auch sehr wichtige Kenntnisse und Interessen mit, die produktiv für das Leben in der Unterkunft genutzt werden können und den geflüchteten Menschen die Möglichkeit bietet, ihr Leben wieder ein Stück weit selbst in die Hand zu nehmen und zu bestimmen. Dies kann im Bereich der Verpflegung, Ausbildung in Sprachen o.ä. sein. Viele der Angebote, die aus gutem Willen in der Betreuung von Geflüchteten gerade auch von engagierten Menschen aus der Bevölkerung gemacht werden, gehen zudem oft an den akuten Hilfebedarfen der Flüchtlinge vorbei und können langfristig zu Frustrationen und Konflikten zwischen den Helfenden und den Geflüchteten, bzw. der Betreiberorganisation führen.

Zielgruppe

Betreiber*innen von Notunterkünften, Sozialarbeiter*innen

Inhalt

Die A-KFS verfügt über geeignete Methoden und Erfahrungen, um, in einem gemeinsam mit den Betreibern und Sozialarbeiter*innen und weiteren in den Betrieb der Unterkunft involvierten Personen entwickelten Prozess, die Bedürfnisse, Nöte, Probleme und Interessen von Geflüchteten zu erheben und zu analysieren und so den Betreibern von Unterkünften eine Handreichung an die Hand zu geben, die es ihnen ermöglicht, ein differenziertes auf die Bewohner*innen abgestimmtes Konzept zu entwickeln und passgenaue Angebote auch mit der Hilfe von ehrenamtlichen und freiwilligen Helfer*innen aus der Bevölkerung anzubieten. 

Methode

Je nach Erkenntnisinteresse kann die Erhebung im Schnellverfahren erfolgen (rapid needs assessment; wenige Tage) oder mit weiteren sozialwissenschaftlichen Methoden angereichert werden, um noch detaillierte Ergebnisse zu ermöglichen. Ein derartiger Prozess könnte idealtypisch folgendermaßen aussehen:

  1. Ausführliches Informationsgespräch mit den Betreibern der Unterkunft zur Klärung der Rahmenbedingungen, Erwartungen, Ziele
  2. Entwicklung einer passgenauen auf die Unterkunft und die Bewohner*innen abgestimmte Methode (qualitative Interviews, kreative Methoden, anonyme Fragebogenabfrage, Gruppendiskussionen) (2 Wochen)
  3. Durchführung einer Werbungsveranstaltung in der Unterkunft, um die Ziele der Studie unter den Bewohner*innen bekannt zu machen (2-3 Tage)
  4. Durchführung der Erhebung (3-4 Tage)
  5. Auswertung der Erhebung (2-3 Wochen)
  6. Durchführung eines Workshops mit den Betreibern und dem Betreuungsteam um die zentralen Themen einerseits auch aus Sicht der Betreiber und des Betreuungsteams zu erfahren, diese andererseits mit den Ergebnissen aus der Erhebung zu spiegeln und daraus Handlungsempfehlungen entwickeln (1 Tag)
  7. Rückspiegelung der Ergebnisse/Fortschritte an die Bewohner*innen

Termine:

nach Absprache

Ansprechpartner*in

Dr. Cordula Dittmer 

Daniel F. Lorenz, M.A. 

Preis

Je nach Aufwand und Umfang